PLE Glossar

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A

Artefakt

Synonym für Asset

Application Engineering

Application Engineering (Anwendungsentwicklung) ist die Erstellung einer individuellen Variante basierend auf dem Toolkit, das das Domain Engineering erstellt hat. Wenn Domain Engineering als "Engineering for Re-use" bezeichnet wird, kann Application Engineering als "Engineering with Re-Use" oder "Engineering benefitting from Re-use" bezeichnet werden. Beim Application Engineering geht es im Wesentlichen darum, eine Konfiguration für die gewünschte Variante zu erstellen und dann die Engineering Assets entsprechend dieser Konfiguration abzuleiten. Wenn alle Anforderungen der Variante bereits durch die Domänenentwicklung (Domain Engineering) vorhergesehen wurden, bilden die abgeleiteten Assets bereits die Lösungsvariante (solution variant). Der übliche Fall ist jedoch, die abgeleiteten Assets als Grundlage zu nehmen und diese mit anwendungsspezifischen Assets zu ergänzen, um die vollständige Lösungsvariante zu produzieren.


D

Domain Engineering

Domain Engineering (Domänenentwicklung) ist die Produktion und das Management des Toolkits von Feature-Modellen, Familien-Modellen und Engineering Assets, aus denen verschiedene Produkt-Varianten (Anwendungen) erstellt werden können. Anders als beim Application Engineering, das sich auf eine einzige Variante konzentriert, behält die Domänenentwicklung alle Varianten im Rahmen der Produktlinie im Blick. Aus diesem Grund wird Domain Engineering auch als "Engineering for Re-use" bezeichnet.


E

Engineering Assets

Jedes (in der Regel digitale) Asset, aus dem das Produkt besteht oder das zur Erstellung der Produkte verwendet wird. Typische Engineering Assets sind Anforderungen, Modelle, Code, Testfälle und Dokumentation. Diese werden in der Regel im Rahmen des Engineering-Prozesses erstellt und gepflegt.


F

Family Model

Family-Models (Familien-Modelle) stellen die Verbindung zwischen dem Problemraum (der Welt der Features und Attribute) und dem Lösungsraum (der Welt der Anforderungen, Architektur-Modelle und anderer Engineering Assets) her. Genauer gesagt ist ein Familien-Modell eine Darstellung eines Engineering Assets, das Ihnen ermöglicht die Variationspunkte in diesem Asset zu kontrollieren. Handelt es sich bei Ihrem Engineering Asset beispielsweise um ein Anforderungsmodul, dann repräsentiert das entsprechende Familien-Modell jedes Kapitel und jede einzelne Anforderung als sogenanntes Familien-Modell-Element.

Anschließend können Sie die Familien-Modell-Elemente mit Ihren Feature-Modellen verbinden und Regeln definieren wie "wenn Feature A und B ausgewählt sind, soll Kapitel 3 inkludiert werden; andernfalls wird das Kapitel ausgeschlossen". Anstatt derartige Regeln zu definieren, können Sie auch direkt bei der Konfiguration Ihrer Variante die Familien-Modell-Elemente auswählen (oder ausschließen). Welcher Weg der bessere ist, hängt von Ihrem Anwendungsfall ab.

Feature Model

Ein Feature-Model ist ein Mittel, um Features zu organisieren und die Beziehungen zwischen ihnen auszudrücken. Feature-Modelle (auch Merkmalsmodelle genannt) werden normalerweise als Bäume (trees) dargestellt, in denen die allgemeineren Features näher an der Wurzel und die spezialisierteren Features weiter entfernt sind – als sogenannte "Child"-Feature eines allgemeineren "Parent"-Features. Neben der Generalisierung und Spezialisierung drücken Feature-Modelle auch andere Arten von Beziehungen zwischen Features aus. Zum Beispiel sind einige Features Optionen – sie können unabhängig von anderen Features frei gewählt werden – während andere Features Alternativen sind – wenn ein Feature ausgewählt ist, können die Alternativen nicht gleichzeitig ausgewählt werden. Diese Beziehungen (und mehr) werden in einem Feature-Modell kodiert und bilden zusammen einen Regelsatz, der beschreibt, ob eine Feature-Konfiguration gültig ist (entspricht einer gültigen Produkt-Variante).

 


H

Holistisches Variantenmanagement

Holistisches Variantenmanagement ist ein wichtiger Bestandteil von PLE. Modernes Systems Engineering erfordert verschiedene Arten von Shared Engineering Assets (Building Blocks) wie Anforderungen, Modelle, Code und Tests. Anstatt Variabilität und Produktkonfigurationen für jede Art von Asset separat zu verwalten und dabei herstellerspezifische Konzepte und Tools zu verwenden, besteht das Ziel des ganzheitlichen Variantenmanagements darin, alle variabilitätsbezogenen Informationen in einer einzigen "Single Source of Truth" zu verwalten und diese Informationen einheitlich auf alle Assets anzuwenden. Dazu gehört nicht nur das Variabilitäts- und Produktkonfigurationsmanagement, sondern auch die (automatisierte) Ableitung von Variant Assets. Auf diese Weise hilft ein holistisches Variantenmanagement, allen Stakeholdern (Managern, Engineers, Kunden) Zugriff auf dieselben konsistenten Informationen zu Variabilität und Produktkonfigurationen zu geben.


P

Produktlinienentwicklung

Produktlinienentwicklung oder Product Line Engineering (PLE) wird verwendet, um Engineering-Ansätze zu identifizieren, die sich auf die Entwicklung mehrerer ähnlicher Produkte als eine einzige Produktlinie konzentrieren. PLE ist oft eine Abkürzung für "Systems and Software Product Line Engineering", wo der Fokus auf der Entwicklung von komplexen und Software-intensiven physischen Produkten liegt wie Autos, Steuerungssystemen oder Automatisierungskomponenten.

 


V

Variant Assets

Variant Assets sind die Assets, aus denen eine Variante (Produkt) besteht. Variant Assets können entweder (abgeleitet von) gemeinsam genutzte(n) Assets (Quellcode, Spezifikationen usw.) sein oder Assets, die für ein bestimmtes Produkt einzigartig sind (z.B. die Varianten-Konfiguration [ISO25680: bill-of-features]).

Variantenmanagement vs. Konfigurationsmanagement

Obwohl Variantenmanagement und Konfigurationsmanagement oft synonym verwendet werden, gibt es eine klare Unterscheidung zwischen diesen Begriffen. Während das Variantenmanagement die Variabilität im Raum abdeckt (was zu einem bestimmten Zeitpunkt konfigurierbar ist und wie verschiedene Produktinstanzen/Varianten konfiguriert werden), deckt das Konfigurationsmanagement die zeitliche Variabilität ab (erfasst unterschiedliche Zustände von Assets über die Zeit). Variantenmanagement und Konfigurationsmanagement ergänzen sich also. Und sie sind stark miteinander verknüpft, denn jede Änderung der Variabilität (z. B. das Hinzufügen oder Entfernen einer Funktion) wirkt sich auch auf die Assets aus, die durch das Konfigurationsmanagement verwaltet und verfolgt werden.

 

Variant Model

Ein Variant Model (Varianten-Modell) ist die Konfiguration einer Produkt-Variante (oder eines Teils einer Produkt-Variante). Es enthält die Informationen darüber, welche Features ausgewählt oder ausgeschlossen sind sowie darüber, welche Werte den konfigurierbaren Attributen in den Feature-Modellen zugewiesen werden. Darüber hinaus enthält das Varianten-Modell auch die Informationen, wie Variationspunkte in den Engineering Assets konfiguriert werden.

Den Modellen in pure::variants zugeordnet, enthält ein Varianten-Modell Konfigurationsoptionen sowohl für Feature-Modelle als auch für Family Models (Familien-Modelle).

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